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Meinungen zu strategischen E-Commerce-Fragen
Im folgenden Gespräch gibt Christian Rothe Auskunft über auftauchende Fragen und Strategien im
E-Commerce. Er ist E-Commerce-Consultant und Vorstand der WEBAGENCY E-Commerce AG. Die Fragen
stellte Andreas Frenko, Herausgeber des OnlineMarketer DIGEST. Der OnlineMarketer DIGEST gilt als eine
der angesehensten deutschsprachigen E-Mail-Publikationen zum Thema Online-Marketing.
Frenko: Es gibt
leidenschaftliche Diskussionen, was der Begriff "E-Commerce" eigentlich bedeute.
Insbesonders die Abgrenzung zum oft synonym verwandten Begriff "E-Business"
bereitet Kopfzerbrechen. Wie definieren Sie E-Commerce?
Rothe: E-Commerce wird hinlänglich mit "Handel
über das Internet" definiert. Viele Leute setzen dies mit
"Online-Shopping" gleich, was nach meiner Ansicht viel zu kurz gegriffen ist.
Das Internet ist nicht kein bunter Produktkatalog mit Bestellfunktion. Vielmehr geht es um
ein umfassendes Befriedigen aller Kundenbedürfnisse und -wünsche.
Die Kunden wollen im Internet nicht
nur kaufen. Statt dessen möchten sie umfassend betreut werden. Service und Support
spielen eine wichtige Rolle. Dies geht ganz klar in Richtung Kundenbeziehungsmanagement
(Customer Relationship Management - CRM). Deshalb definiere ich E-Commerce als
"Digitales Kundenbeziehungsmanagement". Die Devise lautet: Gib dem Kunden über
das Netz alles, was Du ihm über das Netz geben kannst.
Frenko: Was macht nach Ihrer Meinung eine
gute E-Commerce-Site aus?
Rothe: Sie geht auf die Kundenbedürfnisse
ein und bietet dem Kunden Nutzen und nochmals Nutzen. Leider bieten die meisten Websites
wenig Nutzen. Sie sprechen über sich selbst: "Wir über uns", "Unsere
Produkte", "Unsere Adresse" usw. Wie erfolgreich wäre wohl ein
Fernsehsender, der jeden Tag 24 Stunden über sich selbst berichtet: "Unser neues
Studio", "Unser Fernsehturm", "Und hier ein Bild von unserem
Programmdirektor"?
Im Internet ist der beschriebene
Mißstand heute eher der Normalfall als die Ausnahme. Diese E-Commerce-Sites sind am
Kunden vorbei konzipiert. Dies kommt daher, daß die meisten Unternehmen ihre Site von
"innen nach außen" entwickeln.
Dabei ist die Frage "Was wollen
wir dem Kunden mitteilen?" der Ausgangspunkt. Solche Websites spiegeln häufig die
Struktur der Unternehmensorganisation wider, statt diejenigen Informationen und Dienste zu
bieten, die die Kunden wünschen. Die Mitarbeiter innerhalb eines Unternehmens sind
häufig so sehr in ihr eigenes Internetprojekt involviert, daß ihnen die kritische
Distanz zur eigenen Website fehlt. Es gelingt Ihnen nicht, ihre Website mit den Augen der
Kunden zu betrachten und objektiv zu beurteilen. Deshalb werden Defizite in der
Kundenorientierung nicht rechtzeitig wahrgenommen.
Eine gute E-Commerce-Site ist aus
der Perspektive der Kunden konzipiert. Dies erreicht man am besten, indem man sich auf den
Stuhl des Kunden setzt und von der Frage ausgeht "Was würde ich wollen, wenn ich bei
mir Kunde wäre?".
Um dies zu analysieren, sollte sich
jedes Unternehmen die Unterstützung von externen Beratern holen. Die Berater sprechen mit
Kunden, ermitteln deren Bedürfnisse und machen sich zum objektiven Anwalt der
Kundeninteressen. Das macht ein E-Commerce-Projekt zwar scheinbar teurer, doch ist das
Geld gut angelegt: Letztendlich ist diese Vorgehensweise immer noch billiger, als ein
mißratenes E-Commerce-Konzept nachträglich mit viel Aufwand nachbessern zu müssen.
Der Haken an der Sache: Gute Berater
zu finden, die etwas von kundenorientiertem E-Commerce verstehen, ist heutzutage fast
genauso schwierig wie das Aufstellen eines erfolgreichen E-Commerce-Konzeptes selbst.
Frenko: Viele E-Commerce-Sites haben zwar
eine umfangreiche Datenbank und ein gut funktionierendes Shopping-System mit Warenkorb.
Konkrete Informationen zu den einzelnen Artikeln jedoch sind sehr knapp gehalten. Werden
dadurch nicht sehr wertvolle Potentiale verschenkt, da gerade das WWW wie geschaffen für
eine detaillierte, multimediale und interaktive Präsentation ist?
Rothe: Dies sehe ich auch so. Auf die
Technik wird von vielen Firmen sehr viel Wert gelegt. Es werden leidenschaftliche
Diskussionen um Datenbanksysteme und Programmiersprachen (Stichwort: Perl vs. Java)
geführt. Dabei wird derjenige Teilnehmer vergessen, für den eine E-Commerce-Site eigentlich
gemacht ist: Der Kunde.
Prinzipiell sind die meisten Kunden
vor einer Kaufentscheidung ziemlich unsicher. Sie wissen einfach nicht genau, ob sie die
richtige Entscheidung treffen, wenn sie einen bestimmten Artikel kaufen. Wer Geld ausgibt,
möchte schließlich nichts falsch machen.
Je mehr Sicherheit man dem Kunden in
dieser Situation liefert, was ein bestimmter Artikel für ihn leistet, desto besser.
Schließlich kauft kein Kunde ein Produkt des Produktes wegen, sondern immer nur wegen des
Nutzens, den er daraus ziehen kann.
Wenn Sie heute ins Internet schauen,
dann werden meistens nur Produkteigenschaften heruntergebetet. Es wird versäumt, den
konkreten Nutzen darzustellen, den ein Produkt oder eine Dienstleistung liefert. Da heißt
es dann: "Unser Spitzenprodukt mit Top-Technologie: 90PS-Motor mit
Pumpe-Düse-Einspritzung!". Da denkt jeder Kunde nur eines:
"Pumpe-Düse-Einspritzung? Na und?".
Was mir zur Zeit im Netz einfach
fehlt, ist eine qualifizierte interaktive Beratung: Sozusagen das "virtuelle
Verkaufsgespräch". Multimediale, interaktive Elemente könnten hier einen wichtigen
Beitrag leisten. Doch wo ist heute das interaktive Dialogsystem, das mich fragt, wie
wichtig mir ein geringer Spritverbrauch ist? Und das mir dann erklärt, daß der
Pumpe-Düse-Motor sehr umweltfreundlich sparsam ist und daß ich dadurch wegen der
Steuerbefreiung und des seltenen Tankens viel Geld spare (Nutzen!).
Frenko: Es wird viel spekuliert, was
überhaupt für den E-Commerce geeignet sei. Welche Produkte oder Dienste sind Ihrer
Meinung nach geradezu prädestiniert und welche eher ungeeignet?
Rothe: Auch wenn es überraschend klingen
mag: Fast alle Produkte sind für E-Commerce geeignet. Die Begründung ist einfach. Wie
bereits eingangs gesagt, definiere ich E-Commerce nicht als "Verkauf übers
Netz", sondern als umfassendes Werkzeug, dem Kunden das zu geben, was er haben
möchte: In der Pre-Sales-Phase, beim Verkauf selbst und in der After-Sales-Phase.
Es ist nicht nur dann E-Commerce,
wenn die Bestellung und Bezahlung über das Netz abläuft. Wenn das Internet irgendwann
während des Verkaufsprozesses eine Rolle spielt, dann ist das für mich ebenso
E-Commerce.
Nehmen wir ein Beispiel: Ein
Reisebürokunde informiert sich im WWW über Urlaubsreisen. Er sucht sich selbständig aus
dem Internet ein Angebot heraus und bucht die Reise aber schließlich telefonisch. Bis zur
Buchung hat dieser Kunde nie einen Berater belästigt. Die Kaufentscheidung ist rein auf
Basis des Online-Angebotes gefallen. Lediglich die Bestellung erfolgt auf klassischem
Wege. Würden Sie abstreiten wollen, daß es sich dabei nicht auch um ein
E-Commerce-Geschäft handelt? Es gilt also, herauszufinden, wo das Internet im
Verkaufsprozeß sinnvoll eingesetzt werden kann. Dies muß nicht für jedes Produkt der
Bestellvorgang sein.
Wenn Sie mit Ihrer Frage auf die direkte
Online-Bestellung zielen: Die beiden Parameter "Standardisierungsgrad" und
"Beratungsbedürftigkeit" sollten in einem günstigen Verhältnis zueinander
stehen, damit ein Produkt übers Netz verkauft werden kann. Produkte, die stark
standardisiert sind und wenig erklärungsbedürftig sind, lassen sich leicht übers Netz
verkaufen. In diese Rubrik fallen z.B. Bücher und CDs. Auch Produkte, die wenig
standardisiert sind, können gut übers Netz verkauft werden, wenn sie wenig
erklärungsbedürftig sind. Hierzu gehören z.B. Autos. In USA läuft schon ein großer
Teil des Gebrauchtwagenhandels über das Internet.
Nur Produkte, die wenig standardisiert und
gleichzeitig sehr erklärungsbedürftig sind, erscheinen für einen direkten
Online-Verkauf nicht geeignet. In diese Kategorie fallen z.B. Finanzierungen für den
Eigenheimbau. Für den Verkäufer solcher Produkte entstehen jedoch hohe Kosten für die
Beratung. Es spricht viel dafür, einen Großteil der Beratungsleistung übers Netz
erbringen. E-Commerce spielt also auch hier eine Rolle.
Frenko: Immer wieder heißt es,
Online-Einkäufer blieben aus, weil Sie Furcht vor Nepp und Betrug im Netz hätten. Was
kann gerade ein kleinerer Online-Anbieter, der keinen vertrauten Markennamen hat, tun, um
bei den Surfern fehlendes Vertrauen zu gewinnen?
Rothe: Im Gegensatz zum realen Leben kann
der Kunde im WWW die Seriosität eines Anbieters nicht 'per Sichtprüfung' ermitteln.
Viele Leute sind unsicher, was sie bei einem Geschäft über das Internet erwartet.
Deshalb zögern sie tatsächlich, Dinge online über das Netz zu bestellen.
Wenn Sie als Anbieter Ihre
Internet-Umsätze steigern wollen, sollten Sie genau an diesem Punkt ansetzen und
versuchen, die Schwellenängste der Besucher zu reduzieren. Machen Sie Ihren Kunden vor
dem Kauf klar, was diese zu erwarten haben. Niemand kauft gerne die Katze im Sack.
Das Vertrauen der Kunden gewinnen Sie
meines Erachtens mit folgenden Maßnahmen:
- Dem Kunden klar sagen, wer man ist, wo und wie man
zu erreichen ist. Nur Betrüger bleiben lieber anonym.
- Kostensicherheit geben und immer verbindliche
Endpreise inklusive Versandkosten nennen.
- Vorab über die Geschäftsabwicklung informieren
und jeden Schritt (Bezahlung, Versand etc.) detailliert erklären.
- Zusicherungen (Rückgabegarantie etc.) machen und
dem Kunden das Gefühl geben, daß sein Risiko kalkulierbar ist.
- Dem Kunden Unterstützung anbieten und
Telefonnummern nennen, über die er zusätzliche Informationen einholen kann, wenn er
unsicher ist.
Frenko: Die fehlende Verbreitung eines
allgemein akzeptierten Online-Zahlungsverfahren gilt als größtes Hemmnis für den
E-Commerce-Boom. Welche Zahlungsverfahren sollten - bis ein solcher Standard kommt -
eingesetzt werden?
Rothe: Kreditkarte, Nachnahme, Bankeinzug,
Rechnung. Das sind die Zahlungsverfahren, die ein Kunde schon aus anderen Bereichen, z.B.
dem klassischen Versandhandel, kennt und denen er vertraut. Wer zur Übertragung der
Zahlungsinformationen (Kreditkartennummer, Kontonummer. etc.) noch das SSL-verschlüsselte
https-Protokoll einsetzt, besitzt bereits eine ausreichende Basis für erfolgreichen
E-Commerce. Schließlich haben sich diese Zahlungsverfahren in der Praxis bewährt.
Seit Jahren steht im Januar dieselbe
Schlagzeile in der Presse:"Das kommende Jahr wird den Durchbruch bei den
Online-Zahlungsverfahren bringen". Bisher Fehlanzeige. Geldkarte, CyberCash, SET
& Co. werden sich meines Erachtens auch in diesem Jahr nicht durchsetzen.
Allen Zahlungsverfahren, die
irgendeine Hardware- oder Softwareinstallation (Geldkartenleser, SET-Wallet) auf
Kundenseite erfordern, stehe ich skeptisch gegenüber. Sie werden erst dann Bedeutung
erlangen, wenn die Software standardmäßig in den gängigen Browsern integriert ist:
Welcher Kunde rennt schon zu seiner Bank und besorgt sich ein SET-Wallet mit Zertifikat
für seine Kreditkarte, wenn er mit der "normalen" SSL-verschlüsselten
Kreditkartenzahlung ohne Zusatzaufwand auch verhältnismäßig sicher bezahlen kann?
Frenko: Wird Ihrer Meinung nach Micro-Payment
kommen und welche Chancen bieten sich hier aus Anbietersicht?
Rothe: Momentan kann ich mir nicht
vorstellen, wie die Bezahlung von Kleinstbeträgen im Internet wirtschaftlich abgewickelt
werden kann. Wie bereits gesagt, werden sich keine Dienste durchsetzen, für die ein
Benutzer spezielle Software installieren muß. Auch der Zugriff auf bestimmte Web-Dienste
über spezielle Einwahlnummern (z.B. 0190er-Nummern), den manche Anbieter planen, wird
vermutlich keine Akzeptanz finden. Und wenn es irgendwann einmal ein vernünftiges
Micro-Payment-Verfahren geben sollte, bleibt die Frage, ob es sich durchsetzen wird. Auch
das elektronische Micro-Payment in der realen Welt, der Geldkarten-Chip auf Ihrer
EC-Karte, bleibt hinter den Erwartungen zurück.
Frenko: Das Internet hat eine bislang nicht
gekannte Preistransparenz geschaffen. Daraus resultiert eine Machtverschiebung vom
Anbieter weg hin zum Kunden. Hat diese Entwicklung nicht letztendlich die Konsequenz, daß
es für diesen nur (noch) auf den Preis ankommt?
Rothe: Der Preis wird ohne Zweifel ein
wichtiges Kaufkriterium sein. Für die Kunden wird es leicht und billig wie nie zuvor
sein, sich eine gute Marktübersicht zu verschaffen und die Informationen zu besorgen, was
das Angebot mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis ist und wo man es bekommen kann.
Im Finanzbereich spüren die Banken
und Versicherungen diese Entwicklung schon sehr deutlich. Der Vergleich von Zinssätzen
und Versicherungsraten ist über das Internet sehr einfach. So mancher Kunde besorgt sich
schon heute über das Internet die Informationen über die besten Konditionen. Mit diesem
Wissen geht er in die Verhandlungen mit seiner Hausbank und kann dort Bedingungen
aushandeln, die er sonst nicht bekommen hätte. Dies wird demnächst im
E-Commerce-Zeitalter in nahezu aller Branchen üblich sein.
Ich glaube jedoch nicht, daß der
Preis alleiniges Kriterium sein wird. Vor allem im Business-to-Business-Bereich. Dort geht
es vielmehr um die Pflege der Kundenbeziehung. Vertrauen in den Anbieter und dessen
Zuverlässigkeit sind wichtige Aspekte. Und ein guter Online-Service, der die
Kundenbedürfnisse abdeckt. Natürlich kann man noch so viel Customer Relationship
Management betreiben: Wenn der Preis nicht akzeptabel ist, wird niemand kaufen.
Hinter der ganzen Diskussion um den
billigsten Preis steckt in Wirklichkeit eine ganz andere Sorge: Wird es zu Verschiebungen
der Marktanteile oder gar zu neuen Handelsstrukturen kommen?
Und tatsächlich werden etablierte
Zwischenhändler durch neue Intermediäre abgelöst, die vor allem eines perfekt
verstehen: Sie erkennen die 'wahren' Bedürfnisse Ihrer Kunden und stellen über das Netz
eine Lösung bereit: Guter Service und gute Kundenbetreuung und natürlich eine große
Produktauswahl.
Amazon.de ist ein Paradebeispiel.
Eine Differenzierung durch den Preis ist den Buchhändlern in Deutschland durch die
Buchpreisbindung - im Gegensatz zu USA - untersagt. Aber gerade im tollen Service -
30-tägiges Rückgaberecht, sofortige Auftragsbestätigung per E-Mail, Wiedererkennung von
Stammkunden bei Amazon.de: 'Guten Tag, Herr Rothe. Schön daß Sie wieder da sind' - liegt
einer der Erfolgsfaktoren der neuen Intermediäre.
Und dies läßt sich auf fast jede
Branche übertragen: Alte Zwischenhändler verschwinden und neue, die das WWW optimal
nutzen, treten an ihren Platz - unabhängig vom Preis. Auf jeden Fall wird sich der
Wettbewerb verschärfen, aber auch Impulse für neue Handelsformen und Dienstleistungen
bringen.
Frenko: Im letzten Jahr kamen verstärkt
sogenannte Partner-Programme (auch "affiliate programs" genannt) auf. Sollte
nicht jede E-Commerce-Site ein solches Partner-Programm aufbauen, um ihr
Distributions-System zu erweitern?
Rothe: Grundsätzlich halte ich
Partner-Programme für ein sehr wirksames Instrument, um Kunden zu gewinnen und Umsätze
zu generieren. Eigentlich läßt es sich auf nahezu jeden Wirtschaftszweig anwenden. Ein
Anbieter muß nur die wesentlichen Elemente eines Partnerprogrammes kennen und auf seine
Branche anpassen. Deshalb empfiehlt es sich für viele E-Commerce-Sites ein Affiliate
Program einzurichten. Hierbei halte ich das Pay-per-Sale-Modell, bei dem
Umsatz-Provisionen aus Verkäufen bezahlt werden, aus Anbietersicht für die beste
Lösung. Hier fallen Kosten nur dann an, wenn wirklich Umsatz gemacht wird. Allerdings ist
die faire Abrechnung von Provisionen nicht ganz einfach - aus technischer und aus
administrativer Sicht.
Frenko: Große kapitalkräftige Konzerne
drängen zur Zeit in den E-Commerce-Markt. Welche Chance haben da überhaupt noch kleinere
Anbieter?
Rothe: Kleinere Anbieter haben noch vielfältige
Chancen. Sie müssen sich nur die richtigen Nischen aussuchen. Jetzt noch mit einer
Suchmaschine, einem Online-Buchshop oder einer Auktions-Site Fuß fassen zu wollen, ist
sinnlos. Diese Positionen sind besetzt. Aber in vielen Nischen, da ist noch niemand. Und
für die großen Konzerne sind diese Nischen noch zu klein, als daß sie sich dort
engagieren wollen. Hier ist Platz für die kleineren Anbieter. Bitte haben Sie
Verständnis, daß ich Ihnen nicht erzählen kann, in welchen Nischen wir neue Projekte
planen.
Frenko: Andererseits zögern gerade größere
Unternehmen aus Rücksicht auf vorhanden Distributionskanäle und -Partner auf einen
Ausbau der eigenen E-Commerce-Aktivitäten. Schaufeln sich damit nicht ihr eigenes Grab,
indem sie das Feld typischen Internet-Emporkömmlingen überlassen?
Rothe: Ja, im Prinzip ist das so. Die
größeren Unternehmen steigen eher zögerlich in digitale Märkte ein. Dadurch werden sie
zwar nicht untergehen. Aber in der Praxis wird sie der verzögerte Start Geld kosten. Wer
spät in einen Markt eindringt, muß schon viel investieren, um den Vorsprung der
Früheinsteiger zu kompensieren. Man schaue sich nur einmal das Beispiel Bertelsmann an,
die Amazon.com lange nicht ernst genommen haben. Bertelsmann hat in gemeinsame Projekte
mit Barnes&Noble und in bol.de schon Hunderte von Millionen investiert und liegt noch
immer Längen hinter Amazon.com.
Und in den meisten Branchen hat
dieses Spiel noch gar nicht stattgefunden. Beispielsweise im Bereich für Laborbedarf
kündigt sich so etwas gerade an. Dort versuchen sich Online-Marktplätze wie Chemdex
oder SciQuest derzeit im Markt zu etablieren. Diese Start-Ups sind mit
Risikokapital finanziert und haben durch ihren Börsengang an der Nasdaq viel Geld in die
Kassen gespült bekommen. Damit finanzieren sie nun die weitere Expansion und das Besetzen
von strategischen Marktpositionen. Die etablierten Anbieter werden dagegen ankämpfen
müssen, wenn sie nicht Marktanteile an diese Startups verlieren wollen.
Frenko: Welche Strategie könnte den Abschied
von althergebrachten Distributions-Strukturen für alle Beteiligten erleichtern oder
zumindest reibungsloser verlaufen lassen?
Rothe: Viele Firmen verfahren nach der
Devise: Ich will meine alten Strukturen nicht antasten und zusätzlich jetzt auch noch mit
E-Commerce Geld verdienen. Dies wird meines Erachtens nicht funktionieren. Um
Channel-Konflikte zu minimieren, muß eine Firma auch bereit sein, ihre althergebrachten
Absatzkanäle anzutasten. Dabei geht es nicht darum, die bisherigen
Strukturen zu zerschlagen. Statt dessen geht es um ein integratives Modell, bei dem
Internet und die alten Kanäle miteinander in Einklang gebracht werden.
Je mehr Unternehmen über das Netz
verkaufen, desto mehr wird sich die Rolle der etablierten Vertriebskanäle ändern: Von
Verkauf zu Service. Distributoren und Händler erbringen heute primär drei Leistungen:
Erstens verkaufen sie Produkte. Zweitens erledigen sie die Logistik. Und drittens leisten
nach dem Verkauf Kundendienst.
In der Zukunft wird die
Verkaufsfunktion des Handels an Bedeutung verlieren. Logistik und der Kundendienst werden
wichtiger werden. Unternehmen sollten den Handel in dieser Rolle in das durch E-Commerce
veränderte Vertriebskonzept mit einbinden. Und diese Logistik und Kundendienstfunktion
ist auch genau das, was die eben diskutierten E-Commerce-Startups nicht bieten können.
Hier können die etablierten Unternehmen ihre traditionellen Beziehungen zum Handel als
strategischen Vorteil ausspielen.
Frenko: Oft sitzt das eigene interne
Rechnungswesen im Nacken und mahnt, daß das E-Commerce-Projekt bislang nur Kosten
verursache. Sind nicht Zweifler, Bedenkenträger und Bremser in den eigenen Reihen ebenso
eine Ursache für die fehlende Entschlossenheit vieler Unternehmen in Sachen E-Commerce?
Rothe: Es sind tatsächlich sehr viele
Krämerseelen am Werk, deren einzige Frage lautet: Bringt mir E-Commerce in diesem Jahr
mehr Umsatz? Die Antwort lautet in den meisten Fällen natürlich: Nein. Den Leuten fehlt
einfach die Phantasie, sich die zukünftige Marktentwicklungen vorstellen zu können.
Visionäre sind in der Minderheit.
Es ist sehr sinnvoll in E-Commerce
zu investieren. Es geht jetzt um das strategische Besetzen von Marktpositionen. Sie
können es mit dem Goldrausch aus dem letzen Jahrhundert vergleichen. Nur wer jetzt seine
Claims absteckt, wird überhaupt nach Gold graben können. Wer jetzt nicht mit seiner
E-Commerce-Site in die Bookmarkliste der User kommt, hat schlechte Voraussetzungen für
zukünftige Online-Umsätze. Heute können Sie sich noch Ihre Märkte selbst schaffen.
Später wird das Eindringen in Märkte, die andere besetzt halten, viel Geld kosten.
Frenko: Vor einiger Zeit sollten Communities
die Zauberwaffe im E-Commerce sein, nun sind es Portale. Wie sind diese Konzepte zu
beurteilen?
Rothe: Horizontale Portale sind Websites,
die den Zugang zu Informationen aus den unterschiedlichsten Themenbereichen bieten. Das
Paradebeispiele für ein horizontales Portal ist Yahoo! Leider läßt manchmal die Fülle
und Qualität der Infos auf horizontalen Portalen zu wünschen übrig. Hier kommen die
vertikalen Portale ins Spiel.
Vertikale Portale sind Websites, die
sich auf ein Themengebiet spezialisieren und hierzu tiefgehende Informationen liefern.
Statt "vertikales Portal" könnte man auch "Themenplattform" sagen. So
könnten Sie z.B. unsere WEBAGENCY-Website als ein vertikales Portal zum Thema E-Commerce
ansehen.
Für mich sind die vertikalen
Portale der nächste Megatrend. Und in diese vertikalen Portale werden selbstverständlich
auch Community- und E-Commmerce-Elemente integriert sein. Wie so etwas aussehen kann,
macht uns Vertical.net vor, das über 40 Themenplattformen (Communties, Vertikale
Portale - ganz wie Sie wollen) für den Business-to-Business-Bereich initiiert hat.
Frenko: Stichwort Software: Es fällt auf,
daß viele kleinere Anbieter von Anfang an oft sehr teure Profi-Lösungen einsetzen,
obwohl Bestellungen allenfalls tröpfchenweise eintreffen. Schießt man da nicht mit
Kanonen auf Spatzen?
Rothe: Ja, es wird häufig zu viel Geld in
die Technik gesteckt und zu wenig in ein vernünftiges Online-Konzept. Und die
Marketingaktionen der Softwareanbieter tragen ihr Übriges
dazu bei, daß die Leute meinen, es ginge nur mit der High-End-Lösung.
Ich denke, daß es wichtiger ist,
die richtige Geschäftsidee zu haben und diese mit hoher Geschwindigkeit umzusetzen.
Welche Software dafür eingesetzt wird, ist erst in zweiter Linie von Bedeutung. Häufig
kann man zum schnellen Einstieg schon mit einfachen Lösungen sehr weit kommen. Und wenn
man Erfolg hat, dann kann man immer noch auf die High-End-Lösung umsteigen.
Frenko: Welche Profi-Lösung für den High-End-Bereich empfehlen Sie?
Rothe: Weil die Anforderungen an eine
Software je nach Branche und Einsatzszenario so unterschiedlich sind, kann ich keine
generellen Empfehlungen aussprechen. Häufig ist es so, daß unabhängig von der
gewählten Software-Plattform viele individuelle Anpassungen zu machen sind. Dies fängt
bei der Umsetzung der Corporate Identity an, die für jedes Unternehmen individuell
gemacht werden muß.
Und dann muß ein
E-Commerce-Anbieter auch berücksichtigen, nach welchen Entscheidungsmustern seine Kunden
Produkte auswählen. Dies muß sich in der E-Commerce-Site widerspiegeln. Sie muß
entscheidungsunterstützend wirken. Eine einfache Auflistung von Produkten in
Produktgruppen, die heutzutage die breite Masse der Shoppingpakete bietet, reicht nicht
aus. Denken Sie nur an Produkte wie PCs oder Autos, die in vielen unterschiedlichen
Ausstattungsvarianten lieferbar sind. Da muß eine E-Commerce-Site Konfiguratoren
anbieten, mit deren Hilfe sich ein Kunde ein Produkt nach seinen Wünschen zusammenstellen
kann. Solch ein Konfigurator muß eine Plausibilitätsprüfung unterstützen: Ist diese
Wagenfarbe mit jener Polsterfarbe lieferbar?
Das sind Funktionen, die aktuelle
High-End-Produkte standardmäßig nicht bieten. Hier muß man individuelle Erweiterungen
realisieren. Wer heute eine State-of-the-Art-Website aufbauen möchte, kommt um die
individuelle Programmierung nicht umhin. Häufig führt das dazu, daß von der
eigentlichen Profi-Standardlösung wenig übrig bleibt. Manchmal bleibt so wenig übrig,
daß man gleich mit einer individuellen Erstellung hätte beginnen können. Da hätte man
sich wenigstens die Lizenzkosten für die Profi-Lösung gespart.
Frenko: Welche Kriterien sind bei der Auswahl
einer E-Commerce-Lösung zu beachten?
Rothe: Ein wichtiges Kriterium ist meines
Erachtens die Flexibilität einer E-Commerce-Lösung. Jedes Unternehmen muß seine Website
an die Bedürfnisse der Kunden anpassen können, ohne dabei durch ein starres Datenmodell
oder festgelegte Abfragemasken behindert zu werden. Alle Komponenten einer
E-Commerce-Lösung sollten anpaßbar und individuell erweiterbar sein.
Wenn Sie in Richtung
One-to-One-Marketing denken, werden auch Funktionen wie Personalisierung der Webseiten
wichtig, damit sich die Kunden ihr persönliches Erscheinungsbild einer Website anhand
ihres Interessenprofils zusammenstellen können.
Und weiteres wichtiges Kriterium ist
die Administration: Wie einfach können inhaltliche Änderungen vorgenommen werden? Nur
ein geringerer Teil der Kosten entsteht durch die Implementierung der E-Commerce-Lösung.
Pflege und Wartung sind der größte Kostenblock. Deshalb sollte eine E-Commerce-Lösung
mächtige Funktionen zur Pflege des Online-Shops und zur Pflege des redaktionellen Teils
bieten - Stichwort: Content Management.
Wenn eine E-Commerce-Site
erfolgreich ist und die Zugriffszahlen steigen, wird immer wichtiger, daß die
Zugriffszeiten gering bleiben und eine gute Performance gewährleistet bleibt (Stichwort:
Skalierung des E-Commerce-Servers).
Nicht zu vernachlässigen sind auch
Werkzeuge zur Analyse des Benutzerverhaltens. Um eine E-Commerce-Site zu managen, muß man
auch wissen, wie intensiv und in welcher Form die Benutzer die E-Commerce-Site nutzen.
Daraus kann man Stärken und Schwachstellen erkennen und gezielt daran arbeiten.
Bei umfangreicheren E-Commerce-Lösungen
sind die Schnittstellen zu anderen Systemen wichtig. Zum Beispiel für den Import von
Produktdaten oder die automatische Verarbeitung eingehender Bestellungen. Stellen wir uns
ein Unternehmen mit einem Artikelspektrum von mehreren tausend Produkten vor, das bereits
in Bestandssystemen wie z.B. der Warenwirtschaft erfaßt ist: Hier ist es nicht
empfehlenswert, diese Daten beim Aufbau der E-Commerce-Site nochmals mit viel Aufwand
manuell zu erfassen. Deshalb sollte eine E-Commerce-Lösung universelle Schnittstellen zur
Anbindung dieser Systeme besitzen.
Frenko: Worauf kommt es bei der Anbindung von
Backend-Systemen (Warenwirtschaft etc.) an?
Rothe: Wenn man die Marketingbroschüren
der Hersteller von ERP-Systemen liest, könnte man meinen, die Anbindung eines
Backend-Systemen sei ganz einfach. Auch bei der SAP klingt es so, als ob man an ihr R/3
lediglich einen Stecker mit einer Internetverbindung machen müsse und schon könne man
damit ganz schnell in E-Commerce einsteigen. Die Realität sieht leider anders aus.
Eine Problemstellung, die gerne
übersehen wird, ist die Struktur der Daten in den Stammdaten-Systemen. Diese Struktur ist
häufig nach unternehmensinternen Belangen aufgebaut und nicht kundenorientiert. Schauen
Sie sich beispielsweise einmal Produktbeschreibungen an: Sind die Produktbeschreibungen
marketingtauglich und geeignet, um sie im Netz zu veröffentlichen: "Unser
Handstaubsauger macht die Postermöbelreinigung zum Vergnügen..."? Oder sind sie
eher trocken, technisch und gar noch mit vielen Abkürzungen, die den Kunden nicht
geläufig sind: "H-Stb.-Sauger mit Akku-Betr., 12 V, mit Netzansch. f. Ld.-Gerät,
für Polstermbl.-Reinigung")?
Auch um die Vollständigkeit und
Richtigkeit der Daten in unternehmensinternen Systemen steht es in vielen Unternehmen nicht
zum Besten. Vor der automatische Datenübernahme ist häufig eine umfangreiche manuelle
Überarbeitung der Datenbestände erforderlich.
Frenko: Welche begleitenden Massnahmen des
Online-Marketing halten Sie für eine E-Commerce-Site sinnvoll?
Rothe: Die wichtigste Maßnahme ist der
Aufbau einer wirklich nützlichen und überzeugenden Website, die viel Mehrwert bietet. Im
Internet ist nämlich ein erstaunliches Phänomen zu beobachten. Gute Adressen verbreiten
sich auch ohne große Marketing-Budgets: Per Mund-zu-Mund-Propaganda. Große Konzerne
produzieren häufig mittelmäßige Websites und investieren irrsinnige Summen in Werbung.
Die Besucher kommen dann einmal, schauen sich die Website an, sind enttäuscht und
verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Das Geld für die Werbung verpufft somit wirkungslos.
Sehr informative oder nützliche Sites dagegen werden in die persönliche Bookmark-Liste
aufgenommen und weiterempfohlen.
Großen Stellenwert räume ich auch
dem Suchmaschinen-Marketing ein. Für viele Websites sind die Suchmaschinen die wichtigste
Besucherquelle. Deshalb sollte man die Suchmaschinen-Optimierung gleich bei der Erstellung
einer Webseite standardmäßig durchführen. Viele Betreiber bauen zuerst ihre Website auf
und machen dann nachträglich eine Seiten-Optimierung für Suchmaschinen. Dies ist
ungefähr so, als ob man ein Haus ohne Eingang baut und dann nachträglich Löcher für
Türen in die Wände schlägt.
Und last, but not least ist
E-Mail-Marketing eine der wirkungsvollsten Web-Marketing-Waffen. Für E-Mail gibt es
zahlreiche Einsatz-Möglichkeiten: Newsletter, Mailing-Listen, Weiterempfehlungs-E-Mails
etc. Man kann jedem Site-Betreiber nur raten, sich einen E-Mail-Verteiler aufzubauen und
für Marketing-Zwecke zu nutzen.
Banner-Werbung kann ich übrigens nicht
empfehlen. Nach unseren Erfahrungen kostet Banner-Werbung zu viel und bringt zu wenig.
Frenko: Was sind aus Ihrer Sicht die
typischen Fehler, die Unternehmen in E-Commerce-Projekten machen?
Rothe: Falsche strategische Ausrichtung,
Vernachlässigung des Kundennutzens, falsches Site-Konzept ohne Mehrwert, Fokussierung auf
Design und technische Gimmicks, Unterschätzung der Bedeutung und Komplexität eines
E-Commerce-Projektes, Delegation des Projektes nur an die EDV-Abteilung, mangelnde
Unterstützung durch das Topmanagement, fehlende oder mangelhafte Integration der
E-Commerce-Geschäftsabläufe in existierende Unternehmensprozesse, Wahl unerfahrener
Berater und Web-Dienstleister und so weiter. Die Liste ließe sich beliebig lang
fortsetzen.
Ich empfehle jedem Unternehmen, ein
E-Commerce-Projekt zur Chefsache zu machen. Die Unternehmensleitung muß unbdingt in die
Projektleitung eingebunden werden. Von einem derart strategischen Projekt wird in der
Regel ein Großteil aller Unternehmensbereiche betroffen sein. Dementsprechend sollten die
wichtigsten Bereiche in einem bereichsübergreifenden Projektteam repräsentiert sein. Vor
allem müssen die Bereiche Marketing und Vertrieb, die nahe am Kunden sind, sich in das
Projekt einbringen. Sonst kann leicht die Kundenorientierung auf der Strecke bleiben.
Frenko: Das Internet bietet Jobchancen. Was
würden Sie jemandem empfehlen, der sich beruflich in Richtung E-Commerce orientieren will
- welche Qualifikation braucht er?
Rothe: Am besten gerüstet sind Leute, die
sich auf drei Feldern gut auskennen. Diese Gebiete stecken zum Teil schon im Begriff
E-Commerce drin: Electronic = Informationstechnologie,
Commerce = Handel und Management = Umsetzen können.
ELECTRONIC: Man sollte realistisch einschätzen
können, welche Möglichkeiten die jeweils aktuelle Internettechnologie (Hardware /
Software) bietet und wie man sie nutzen kann. Diese Erfahrungen sammelt man am ehesten
durch die aktive Mitarbeit bei der Realisierung von Internetprojekten. Wenn Sie dabei
gleichzeitig lernen, selber technische Lösungen zu entwickeln und konkret umsetzen zu
können, besitzen Sie eine Schlüsselqualifikation für E-Commerce.
COMMERCE: Man sollte viel von 'Geschäft'
verstehen und Konzepte entwickeln können, wie man über das Web erfolgreich Geschäfte
machen kann. Der beste Weg dazu ist, viel über die Kunden und die Kundenbetreuung zu
lernen. Denn wer weiß, was Kunden wünschen, hat den Schlüssel zu erfolgreichen
E-Commerce-Konzepten in der Hand. Um möglichst viel über Kundenbedürfnisse zu lernen,
bietet sich eine Tätigkeit im Vertrieb eines Unternehmens an. Hierbei müssen Sie
möglichst viel mit Kunden reden und herausfinden, wo den meisten von ihnen der Schuh
drückt.
MANAGEMENT: Man sollte Ziele setzen und diese
Ziele erfolgreich realisieren können. Ein japanisches Sprichwort sagt: "Visionen
ohne Umsetzungen sind ein Tagtraum. Umsetzungen ohne Visionen sind ein Alptraum".
Dementsprechend sollte ein 'E-Commercer' seine Business-Visionen auch zielgerichtet
umsetzen können. Hierzu braucht er die Qualifikationen, die auch eine 'klassische
Führungskraft' auszeichen.
Man sollte anstreben, alle
genannten Qualifikationen in seiner Person zu vereinigen. Es gibt genug Leute, die auf
einem der drei Teilgebiete ihre Stärken haben. Top-Leute, die auf allen drei Gebieten
stark sind, gibt es nur sehr wenige. Genau diese Leute werden zu den absoluten Gewinnern
gehören. E-Commerce ist auf dem Weg, zum kritischen Erfolgsfaktor vieler Unternehmen zu
werden. Fachleute, die etwas in die richtige Richtung bewegen können, werden sehr gefragt
sein.
Frenko: Vielen Dank für dieses Gespräch.
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