Viele Unternehmen gehen ohne klares Ziel ins WWW
Monika Beumers, Autorin für
den "Blick durch die Wirtschaft", hat es treffend beschrieben: "Die meisten
Internet-Homepages entstehen heute auf dem Golfplatz. Nämlich genau
dann, wenn Geschäftsführer A auf Geschäftsführer B
trifft und ihm sagt: 'Wir sind jetzt im Internet.' Geschäftsführer
B zitiert seinen Werbeleiter und ordnet an: 'Wir müssen ins Internet
- sofort.' Dieser geht zu seiner Werbeagentur mit dem Briefing: 'In einer
Woche müssen wir online sein.' Die Werbeagentur nimmt die Imagebroschüre
des Auftraggebers, scannt sie ein und beauftragt einen Studenten mit der
HTML-Programmierung. Der Student kassiert 5.000 DM, die Werbeagentur 100.000
DM und Geschäftsführer B ist glücklich. Nur der Internet-Nutzer
denkt: 'Schon wieder eine Homepage mehr, auf die garantiert niemand klickt.'"
Nur zu häufig ist dieses Szenario zu beobachten, wenn deutsche Firmen ihre
Internet-Präsenzen aufbauen. Und der Mißerfolg ist jetzt schon garantiert.
Die speziellen Möglichkeiten, die das Internet bietet, werden bei einer
solchen Vorgehensweise überhaupt nicht angemessen genutzt. Das Internet
ist nämlich ein interaktives
Kommunikationsmedium, das vertriebs- und serviceunterstützend eingesetzt
werden sollte. Vor dem Start ins Netz sollte ein Unternehmen klar definieren,
was es eigentlich erreichen möchte. Wie die folgenden Beispiele zeigen,
sind die Möglichkeiten vielfältig.
Nutzen statt Selbstdarstellung bieten
In den EDV-Systemen und Datenbanken
eines Unternehmens schlummern viele Informationen, die für Kunden
interessant sind: Produktinformationen, technische Daten, Lagerbestände,
Lieferzeiten, Preisinformationen, kundenbezogene Daten und vieles mehr.
Über eine Website kann man als Serviceleistung den Kunden diese Daten
zugänglich machen. Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist das
'Package Tracking', das inzwischen fast alle großen Paketdienste
anbieten. Hierbei können die Kunden den Standort und aktuellen Lieferstatus
ihrer Sendung über das Internet abfragen.
Durch sogenanntes 'Unassisted
Selling', bei dem die Kundenberatung und Verkauf mit Unterstützung
von intelligenter Software auf dem Internet-Server erfolgt, ist ein großes
Einsparpotential bei den Vertriebskosten möglich. Der Online-Ticketverkauf
der Lufthansa, bei dem man über das Internet seine Flüge planen,
buchen und bezahlen kann, zeigt wie Beratung und Verkauf über das
Netz aussehen können.
Wie diese Beispiele zeigen,
greift ein Internet-Auftritt in die geschäftlichen Aktivitäten
und die Geschäftsprozesse einer Unternehmung ein. Die Internet-Aktivitäten
müssen zum integralen Bestandteil der Unternehmensprozesse werden.
Dies wird heute häufig nicht ausreichend berücksichtigt.
Es wird deutlich, daß
eine Internet-Präsenz mehr bedeutet als die Präsentation einer
elektronischen Hochglanz-Imagebroschüre. Eine Website muß der
Kundschaft echten Nutzen bieten, um erfolgreich zu sein. Der Internet-Auftritt
sollte so konzipiert sein, daß echter 'Business Value' geschaffen
wird , der sich in Mark und Pfennig beziffern läßt - sowohl
für die Kunden, als auch für das Unternehmen. Vielen Firmen,
die jetzt ins Internet starten, gelingt dies nicht.
Unterstützung holen
Um Mißerfolge zu vermeiden, sollte sich ein Unternehmen bei der Konzeption
und Realisierung seiner Website beraten lassen. Es ist ein ganzheitlicher
Ansatz erforderlich, der gleichermaßen den Markt-Auftritt des Unternehmens,
die Erwartungen seiner Kunden und die Unternehmensprozesse berücksichtigt.
Das benötigte Wissen ist in den meisten Unternehmen in der Regel nicht vorhanden.
Externe Internetdienstleister können hier ihre ganze Erfahrung einbringen
und helfen, die gravierendsten Fehler zu vermeiden.
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