http://www.webagency.de/infopool/mittelstand/geschaeftschancen.htm 19. November 2017
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Geschäftschancen durch E-Business

Stellen Sie sich vor: "Ihr Gewinn steigt - Ihre Vertriebs- und Verwaltungskosten sinken - Ihre Kunden können jederzeit verfolgen, wieweit deren Bestellung gefertigt bzw. ausgeliefert ist - Ihre Zulieferer füllen in der Produktion automatisch zum richtigen Zeitpunkt genau die benötigte Menge auf - Ihr Logistikdienstleister holt die Waren gemäß Lieferwunsch Ihres Kunden automatisch ab - Ihre Lieferanten unterbieten sich gegenseitig bei der Beschaffung Ihrer neuen Maschine - Alle Ihre Geschäftsprozesse sind für Sie jederzeit transparent, Sie haben alles unter Kontrolle!" Unmöglich?

Neue Chancen durch E-Business

E-Business nennt sich, was zu obiger Transparenz führt. Diese Transparenz ist nicht vorrangiger Zweck, sondern Abfallprodukt neu gestalteter Geschäftsprozesse, an denen mehrere Unternehmen beteiligt sind und mit einer einheitlichen Sprache elektronische Informationen über das Internet so austauschen, daß der gesamte Ablauf für jedes Unternehmen zu geringeren Kosten und zudem schneller ausgeführt werden kann. Bevor die Auswirkungen von E-Business auf Geschwindigkeit und Kosten näher untersucht werden, gilt es den Begriff zu definieren.

Definition E-Business

E-Business bedeutet für ein Unternehmen letztendlich alle Geschäftsprozesse über das Internet/Intranet abzuwickeln, damit sind auch alle Funktionsbereiche wie Marketing, Vertrieb/Service, Beschaffung, Produktion und Logistik etc. betroffen. Dagegen bedeutet E-Commerce, Waren und/oder Dienstleistungen elektronisch zu präsentieren, zu verkaufen sowie Online die Transaktion und Zahlungen abzuwickeln, weitergehende Informationen über das Internet auszutauschen und dem Kunden über das Internet einen umfassenden Nutzen und Service zu bieten. E-Commerce ist damit eine Untermenge von E-Business.

Einsparungen durch E-Business

Auf der Basis des Internet werden Geschäftsbeziehungen mit einem einheitlichen Kommunikationsmedium abgewickelt. Mit dem Internet ist ein Standard gesetzt und akzeptiert, der die Schnittstellen reduziert und die Abwicklung zu reduzierten Kosten ermöglicht.

Das Unternehmen CISCO SYSTEMS hat nach eigenen Angaben durch die Abbildung der Geschäftsprozesse im Internet nachhaltige Kosteneinsparungen in Höhe von über US$ 360 Mio. erzielt und dabei die maximale Lieferzeit auf 3 Tage reduziert. Die Einsparungen liegen damit bei knapp 3% des Umsatzes des letzten Geschäftsjahres. Einsparungen beziehen sich also auf Kosten und Zeit.

Die folgenden Beispiele sollen veranschaulichen, in welchen Funktionsbereichen und durch welche Maßnahmen Einsparungen erzielt werden können: Dabei wird auf konkrete Beispiele aus der Praxis verwiesen.
Beispiel Produktentwicklung
Die Autoindustrie setzt hier seit Jahren Maßstäbe. Schon ohne des Internet wurden Geschwindigkeits- und Kostenvorteile erreicht, indem die Entwicklung neuer Fahrzeug(-teil)e durch den Austausch von CAD/CAE-Zeichnungen umgesetzt wurde. Anfangs wurden die Daten auf Datenträgern, dann per Wahl- oder Standleitungen in immer kürzerer Zeit ausgetauscht.

Heute werden über das Internet mittels neuer CAx-Anwendungen in virtuellen Konstruktionsgruppen unterstützt durch Videokonferenzen komplette Autos am Bildschirm konstruiert und deren künftige Produktion, aber auch Fahrverhalten so simuliert, dass Fehler frühzeitig erkannt und die spätere Produktion schneller durchgeführt werden können. Die Entwicklungszyklen neuer Autos haben sich damit von 7-8 Jahren in den 80er Jahren auf 3-4 Jahre Ende 1999 reduziert bei gleichfalls früher amortisierten Investitionen.

Prof. Dr.-Ing. J. Wernicke von der HTW Mittweida (FH) schätzt, "...eine sechsmonatige Verzögerung bei der Markteinführung eines Produkts bringt Gewinnminimierung um 50-60% - mit CAD..." "... sind Entwicklungs- und Kosteneinsparungen von 20 % und mehr denkbar."
Beispiel Vertrieb
Ein sich rasch änderndes Produktsortiment erfordert ständig aktuelle Kataloge und Produktinformationen für den eigenen Vertrieb und/oder die Handelsorganisation. Die Bereitstellung eines Produktkatalogs im Internet erlaubt tagesaktuelle Produktinformationen und eröffnet zudem die Möglichkeit, Non-Stop-Shopping zu betreiben. Ferner können die Bestellungen mittels einer integrierten Bestellprüfung (z.B. durch einen Produktkonfigurator) fehlerfrei entgegengenommen werden. Je höher Komplexität und Varianten des Produktes sind, je höher werden die Kosteneinsparungen sein. So könnte die Bestellung einer komplexen Telefonanlage im lokalen Vertriebspunkt, die bisher sowohl von der Regionalzentrale, als auch abschließend von der bundesweiten Auftragsannahme insgesamt dreimal geprüft wurde, nunmehr automatisiert durch einen Intranet-Konfigurator geprüft werden und bei Fehlerfreiheit sofort an die eigene Produktion bzw. den Hersteller in Sekundenschnelle weitergeleitet werden.

Beim Aufbau eines Internetshops als weiteren Vertriebskanal gilt es eventuelle Konflikte mit den bestehenden Vertriebswegen genau zu prüfen. Verlockend ist die Möglichkeit, diejenigen Zwischenstufen / Zwischenhändler in der Handelskette, die keinen Nutzen für den Kunden darstellen, auszuschalten und damit entweder eine höhere Marge zu erhalten oder durch aggressive Preise Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Das Gesamteinsparpotential im Vertriebskanal schätzt das Unternehmen Intershop auf 40-50%.
Beispiel Produktion
In vielen Unternehmen werden die zur Produktion benötigen Rohmaterialien und Halb- und Fertigerzeugnisse durch das Unternehmen selbst bestellt, gesteuert durch Wiederbeschaffungszyklen im IT-System und das darin abgebildete Fertigungsverfahren. Meist wird hier bereits just-in-time zugeliefert, um die Lagerbestände gering zu halten.

Sobald der Produktionsfortschritt und die zur Herstellung benötigten Waren für den Zulieferer transparent gemacht werden, kann der Zulieferer auf der Grundlage der mit ihm getroffenen Rahmenvereinbarungen ohne Vorliegen einer Bestellung die Zulieferung der Ware just-in-time durchführen. Eine gesonderte Bestellung ist nicht mehr erforderlich. Die Kosten der Bestellvorgänge entfallen. Auch hier bietet sich das Internet als Kommunikationsplattform an, um den Zulieferer auf die Daten des Herstellers zugreifen zu lassen.

Bei vollständiger Nutzung von E-Business wird eine weitere Verschlankung des Produktionsprozesses möglich und notwendig. Wenn die Waren nicht mehr über eine periodische Planung in größeren Losen gefertigt werden, sondern die im Internet plazierten kleinen Aufträge die Produktion antreiben, muß die Herstellung auf 'build-to-order' umgestellt werden.

Ganz nebenbei schafft man bei der digitalisierten Abbildung des Produktionsprozesses auch das Angebot an den Kunden, den Fortschritt seiner Bestellung in der Produktion erkennen zu können.
Beispiel Service
In einem Unternehmen wird die technologische Internet-Hardware erweitert. U.a. werden neue Hochgeschwindigkeits-Router installiert, um die gestiegenen Kundenanfragen bedienen zu können. Das eigene IT-Personal ist mit dem neuen Produkt noch nicht trainiert worden - zudem sind diese Skills rar.

Das hat u.a. auch das Unternehmen CISCO erkannt und seinen Service darauf abgestellt. Z.B. wird dem Kunden die Möglichkeit geboten, über Online-Konfigurationstools die Einstellungen des Routers am Internetschirm zunächst zu simulieren und die positiven Ergebnisse auf die Realität zu übertragen. Zudem bietet CISCO mit der interaktiven Fortbildung Cisco Interactive Mentor eine Online-Ausbildung an, um den Umgang mit den neuen Systemen "Just-in-time" zu lernen. CISCO hat damit nicht nur die oben erwähnten Einsparungen realisiert, sondern will zudem die Kundenzufriedenheit um 25% gesteigert haben.
Beispiel Personalauswahl
Der klassische Weg der Schaltung von Anzeigen in Zeitschriften wird heute zunehmend durch die Publikation offener Stellen im Internet erweitert. Die damit verbundenen Möglichkeiten werden jedoch kaum genutzt. Vorreiter sind einige wenige Personaldienstleister, die verbunden mit der Entgegennahme der Bewerbung bezogen auf die jeweilige Position eine Vorauswahl - durch gezielte Befragung oder sogar Test - der Bewerber im Internet treffen. Damit muss nicht mehr jede Bewerbung gelesen werden, man kann sich auf die Prüfung der gemachten Angaben und das eigentliche Gespräch und ggf. Test des Bewerbers konzentrieren. Wenn auf eine Personalsuchanzeige z.B. 50 Bewerbungen eingehen, werden meist max. 10 Kandidaten zum Interview eingeladen. Das Lesen der Bewerbungen der anderen 40 Bewerbungen würde künftig entfallen, wenn alle Bewerber über Internetzugang verfügen und die Vorselektion im Internet abgewickelt wird.
Beispiel Beschaffung
Die durchschnittlichen Kosten einer Bestellung (Mix aus A-, B- und C-Teilen, also geringwertigen Wirtschafts- bis Investitionsgütern) liegen nach Einschätzung von JBA Deutschland bei knapp 150,- DM. Diese Kosten summieren sich aus den Auswahlkosten der richtigen Lieferanten, der reinen Bestellung beim Lieferanten über die Freigaben aller Beteiligten und des Ausfüllens der Bestellung in der Fachabteilung.

Durch Internet-Technologien besteht die Möglichkeit, insbesondere den Beschaffungsprozess von Gütern (C-Teile) mit geringer strategischer Bedeutung und hohem Automatisierungspotential zu optimieren. Unter Einsatz von Web-Frontends wird die Beschaffung dezentral vom Arbeitsplatz aus organisiert, wobei die Berechtigungskonzepte sowie der Workflow zentral hinterlegt sind. Der Einkauf ist künftig in den reinen Bestellvorgang nicht mehr involviert. Zudem kann mit fortschreitender E-Business-Integration das Management der C-Bestände auf der Basis vereinbarter Regeln auch den Lieferanten übertragen werden.

Beispiele Kosteneinsparungen:
  • Die Frankfurter Flughafen AG konnte durch optimierte Prozesse die durchschnittlichen Einkaufskosten je Vorgang von 279,- DM auf unter 35,- DM senken. (siehe Schaukasten oben)
  • Mitte 1997 kündigte Harvey Seegers, Präsident und Chief Executive Officer des Unternehmens General Electric Informations Services, an, dass General Electric die Beschaffung in allen 12 Geschäftsbereichen auf das Internet verlagern wird. Dies umfasste ein Einkaufsvolumen von US$ 5 Milliarden. Lt. Bericht der WEBAGENCY vom 28.3.98 traf General Electric diese Entscheidung auf Basis der Ergebnisse eines Pilotprojektes im Geschäftsbereich GE Lighting. Neben geringerem Personalbedarf sind Materialeinsparungen von 5 bis 20 Prozent, eine Verringerung der Bearbeitungszeiten von sieben auf einen Tag und eine Verkürzung der Wiederbeschaffungszeiten von 18 bis 23 Tagen auf 9 bis 11 Tage verzeichnet worden.

Geschäftspotentiale im Internet

Chancen für jedermann? Wer macht das Rennen, wer nimmt daran teil?! These: Nur Unternehmen, die alle an der primären Wertschöpfungskette beteiligten Prozesse bereits heute oder in naher Zukunft digitalisiert haben, werden kurzfristig einen Wettbewerbsvorteil erzielen können. Eine Barriere für Neu-Einsteiger?

Zum Beispiel: Logistikdienstleister
Hohe Chancen können sich Logistikdienstleister ausrechnen, die den Fluss der Waren jederzeit kontrollieren und visualisieren können. Sie können nicht nur B2B mit ihren Kunden zusammenarbeiten, sondern können auch neuen Kunden eine Plattform anbieten, um

  1. deren Waren im Internet über Shop anzubieten und
  2. den Versand zu übernehmen.
Konkrete Beispiele hierzu gibt es bereits. So bietet Media-e.com, eine Tochter des Koch-Konzerns aus Höfen im Tirol, seinen Kunden neben der Integration des Transportes in die Homepage des Kunden auch an, einen Shop bei Media-e im Internet zu mieten und die Waren aus dem Koch-Distributionszentrum zum Kunden versenden zu lassen.

Weit voraus ist hier UPS, das mit seinen E-Business Lösungen eine Vorreiterrolle übernommen hat. Wer nicht bereits SAP und My.SAP.COM nutzt, erhält hier eine Vielzahl an fertigen Werkzeugen. Diese reichen von der Frachtkostenkalkulation über die Abstimmung der Bestelldaten mit den Lagerbeständen, Bestimmung der Zustelltermine, Rechnungslegung durch UPS, Kreditkartenprüfung und elektronische Bezahlung sowie der Auslieferung und Verfolgung von Paketsendungen durch den Kunden (auch für den Kunden des Kunden).

UPS wird jetzt zudem für Ford in USA die Beschaffungslogistik in der Produktion sicherstellen und "nebenbei" auch zur Transparenz des Produktionsprozesse beitragen. Kunden können damit jeden Produktionsfortschritt ihres bestellten Fahrzeuges verfolgen.

Die bestehende Partnerschaft mit IBM Net.Commerce sowie die jüngste Partnerschaft mit Intershop runden das Bild einer Gesamtdienstleistung für den schnellen Internet-Einstieg ab.

Zum Beispiel: Jedermann
Mit den angebotenen Komplett-
paketen für E-Commerce wird selbst für Kleinstunternehmen die Welt kurzfristig global. Der heutige Aufwand zur Realisierung eine Geschäftsidee im Internet ist damit wesentlich geringer. Man bedient sich eines oder mehrerer Dienstleister (siehe z.B. rechts die gemeinsame Initiative von IBM der Post AG) sowie deren Kompetenz, um seine Produkte über das Internet zu verkaufen. Die so gewonnene Zeit muss man jedoch vorher investieren, um den Marktplatz im Internet zu analysieren und seine Gepflogenheiten kennen lernen. Der Kunde stellt hohe Erwartungen an den Nutzen der angebotenen Seiten. Findet er diesen nicht, ist er mit einem Mausklick weg zu dem Anbieter, der ihm diesen Nutzen bietet.

Um den Nutzen für die Kunden zu erhöhen, sollten komplementäre Dienstleistungen angeboten werden. Soweit Unternehmen einen eigenen Shop betreiben, könnte die Transportleistung von einem Logistiker nach Wahl angeboten werden. Zudem könnte der Erwerb durch Finanzdienstleister erleichtert und der Warenfluss finanziell abgesichert werden.

Resümee

Der Beitrag mit seinen Beispielen sollte deutlich machen, dass die Neuausrichtung und Digitalisierung der Geschäftsprozesse für die meisten Unternehmen dringend notwendig ist, um in Zukunft im Wettbewerb überleben zu können.

Die dabei entstehende informationstechnologische Transparenz der Geschäftsabläufe ist nur der Nebeneffekt, der dem Kunden einen weiteren Nutzen bieten kann. Der Weg ist das Ziel, um über die Analyse der Geschäftsprozesse, das Aufzeigen von Optimierungsmöglichkeiten und die Veränderung der Geschäftsprozesse Kosten zu senken, Produkte schneller auszuliefern und über die Erhöhung der Kundenzufriedenheit den Profit zu steigern.

Die Putz & Partner Unternehmensberatung kann im E-Business erfahrene Berater und Referenzen aufweisen. Das Angebot beginnt mit einem individuellen Workshop, in welchem der Kunde über Geschäftschancen im Internet informiert wird und mittels Moderation der Beratungsgesellschaft sein Engagement im E-Business im Rahmen eines Stufenplans erarbeitet.

Die anschließende Umsetzung dieser Strategie unterstützt PUTZ & PARTNER von der Grobkonzeption bis hin zur Umsetzung durch erfahrene Projektmanager, auch unter Einbindung von IT-Dienstleistern und Web-Agenturen. Mit einem projektbegleitenden Controlling sichert PUTZ & PARTNER den Erfolg ab.

Über den Autor: Matthias Richter ist bei der Putz & Partner Unternehmensberatung GmbH, Hamburg, für den Bereich E-Business verantwortlich. E-Mail: Matthias.Richter@PUTZundPARTNER.de

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