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Virtuelle Gemeinschaften - Konzept und Umsetzung der Virtual Communities
Die größte Stärke des Internet liegt neben dem Informationsangebot in den
Kommunikationsmöglichkeiten, die es den Nutzern bietet. Auf bequeme
Weise kann jeder nach seinen Interessen mit anderen Menschen in Kontakt
treten und sich austauschen. Ob via E-Mail, durch Beiträge in Mailinglisten,
Diskussionsforen oder Newsgroups: Das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten, mit
Gleichgesinnten zu kommunizieren.
Grundlagen von Digitalen Gemeinschaften
Nicht umsonst sind Internet-Applikationen wie E-Mail, Chat oder Mailinglisten so
beliebt, ermöglichen sie doch den zwischenmenschlichen
Kontakt. Diese sozialen Bedürfnisse macht sich letztendlich das Konzept der Virtual
Communities (deutsch: Digitale Gemeinschaften) zunutze.
Auguren und vorausschauende Business-Strategen haben das Potential erkannt. Sie sprechen
von einem "grundlegend neuen Geschäftsmodell" und prognostizieren, daß
"virtuelle Communities die erfolgsversprechendste kommerzielle Online-Erscheinung
sein werden" (Hagel/Armstrong). Insbesondere 1996/1997 waren Virtual Communities
in aller Munde und galten als das Zukunftskonzept. Obwohl mittlerweile
zwar ständig von sog. Portal Sites als
Geschäftsmodell des Internet die Rede ist, lohnt sich eine Beschäftigung mit dem
Grundmodell der Virtual Communities.
Doch was ist eine "virtuelle Gemeinschaft"?
Leider wird das dahinterstehende Konzept oft unrichtig oder nur bruchstückhaft
dargestellt. Entegen landläufiger Meinung besteht eine Virtual Community
nicht bloß aus einer Website, die einen Themenschwerpunkt hat und die
den Surfern auf der Website Chat, Diskussionsforen und Download-Bereiche
bietet. Dies ist lediglich eine Themensite mit interaktiven Elementen, wie es sie
zuhauf gibt. Das Konzept der virtuellen Gemeinschaft geht weiter, wobei die
Konzentration auf einen Themenschwerpunkt Grundvoraussetzung ist. Hagel/Armstrong
nennen in ihrem grundlegenden Buch Net.Gain. Märkte erobern mit virtuellen
Communities wesentliche Merkmale von virtuellen Communities (VC).
Wesentliche Merkmale
Die fünf wesentlichen Merkmale des Managementmodells der VC sind:
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1. Ein spezifischer Interessenschwerpunkt
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2. Das Vermögen, Inhalt und Kommunikation zu integrieren
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3. Die Verwendung von Informationen, die Mitglieder bereitstellen
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4. Der Zugang zu konkurrierenden Anbietern
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5. eine kommerzielle Orientierung
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Insbesondere die Punkte 2 und 3 sind kennzeichnend: Nicht der Anbieter (d.h. der
Betreiber der Website), sondern die Besucher der Website (Mitglieder)
stellen die Inhalte bereit, der Anbieter steht im Hintergrund und stellt
lediglich die Plattform zur Verfügung; Inhalt und Kommunikation verschmelzen.
Ziel ist es, den Besuchern eine Anlaufstelle zur Kommunikation mit
Gleichgesinnten zu einem bestimmten Themenschwerpunkt zu bieten und
so soziale Bedürfnisse zu befriedigen.
Damit soll folgendes Ziel erreicht
werden: Die Besucher werden zu loyalen Mitgliedern
durch Aufbau persönlicher Beziehungen in der Community. Diese
außergewöhnliche Kundenloyalität macht "virtuelle Communities zu einem Magneten
für Kunden mit gleichen Kaufprofilen" (Hagel/Armstrong). Die Bindung an die VC
entsteht also in erster Linie durch persönliche Beziehungen der Mitglieder
untereinander.
Damit sind die zentralen Thesen des VC-Konzeptes:
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Die Kommunikation zwischen den Besuchern (und nicht
zwischen Anbieter und Besucher) muß gefördert werden
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Die Verbreitung und Verwendung von Informationen soll
möglichst von den Besuchern selbst stammen ... |
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damit letztendlich Inhalt und Kommunikation verschmelzen
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Im bereits erwähnten grundlegenden Buch von Hagel/Armstrong
verschweigen die Autoren jedoch nicht die Schwierigkeiten beim Aufbau
einer virtuellen Gemeinschaft. Sie betonen die besondere Herausforderung
an die Organisatoren (Betreiber), die entstehende Community im
Wachstum zu managen. Doch bereits das Erreichen einer kritischen Masse
an Mitgliedern (Besucher) ist schwierig und ein Teufelskreis: Ohne genügend
Mitglieder und damit Aktivitäten ensteht die Community erst gar nicht
und entwickelt nicht ihr Wachstumspotential. Wer kennt nicht die wenig
animierenden leeren Chats und Diskussionsforen?!
Phasenmodell zum Aufbau von Virtuellen Gemeinschaften
Eine virtuelle Gemeinschaft wirft erst nach einer längeren
Einführungs- und Wachstumsphase einen Profit ab. Hagel/Armstrong teilen die
Mitgliederentwicklung in vier Stufen ein, wobei erst am Ende ein Profit
ersichtlich wird:
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Stufe 1 - Locke Mitglieder an |
- Marketing
- Attraktiver Inhalt
- Keine Mitglieds- und Benutzungsgebühren
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Stufe 2 - Fördere die Beteiligung |
- Mitglieder zur Erstellung eigener Inhalte anregen
- Veröffentlichtes / Herausgebermaterial
- Gastredner
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Stufe 3 - Baue Loyalität auf |
- Beziehungen zwischen den Mitgliedern
- Beziehungen zwischen den Mitgliedern und dem Organisator der Community
- Kundenspezifische Interaktion
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Stufe 4 - Fahre Profit ein |
- Geschäftsmöglichkeiten
- Gezielte Werbung
- Gebühren für Sonderdienste
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| Quelle: Hagel, John/ Armb, A.G.;
Net.Gain - Profit im Netz. Märkte erobern mit virtuellen Communities, Gabler Verlag,
Wiesbaden 1997, S.77
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Autor: Andreas Frenko, Erstveröffentlichung unter
http://www.autoresponder.de/internet-marketing/hintergrund/virtual-communities.htm, Veröffentlichung mit
Genehmigung
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