http://www.webagency.de/infopool/internetwissen/ak981123.htm 26. Mai 2016
 
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Internet-Portal-Sites: Aktueller Hype oder mehr?

In letzter Zeit ist immer öfter die Rede von sogenannten Portal-Sites. Gelegentlich werden auch andere Begriffe wie doorway pages oder entry pages, auch Portale genannt. Wie auch immer die Angelegenheit bezeichnet wird, sie wird derzeit stark diskutiert. War noch vor einem knappen Jahr die PUSH-Technologie in aller Munde, ist jetzt die PORTAL-Site an der Reihe. Eine genaue Definition sucht man vergebens. Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich dabei um Webseiten, die als PORTALE, quasi als "Einstiegsseiten" ins Internet dienen sollen. Die Websurfer sollen die jeweilige Webseite als Sprungbrett für das weitere Surfen nutzen und als Ausgangspunkt ansehen.

Eine engere Definition verlangt als zusätzliches Kriterium die Personalisierbarkeit der Webseite. Damit ist quasi das Maßschneidern der Homepage nur für einen einzelnen Besucher gemeint. Dieser stellt einmal seine Präferenzen ein und bekommt eine nach seinen Wünschen dynamisch generierte Webseite zur Ansicht. So werden zum Beispiel oben links die aktuellen Börsenkurse der drei im eigenen Depot befindlichen Aktien angezeigt und unten rechts ein knapper Wetterbericht speziell für die Region des Besuchers.

Der Grund für diese Bemühungen ist kommerzieller Natur. Werbegelder im Internet haben auch bisher schon fast ausschließlich die größten Anbieter (d.h. diejenigen, die die meisten Besucher auf Ihren Webseiten vorweisen können) unter sich verteilt. Seit aber mit Nischenwebseiten, die aufgrund ständig steigender Internet-Nutzerzahlen ebenso ein Mindestmaß an Besuchern haben, unliebsame Konkurrenz erwächst, kontern die Großen im Geschäft mit der Personalisierung Ihrer Webseiten. Sinn des Ganzen, ist es, ein möglichst detailliertes Nutzerprofil des Besuchers zu erstellen, um so den Werbekunden zielgruppengerechte Werbekontakte versprechen zu können. Außerdem haben Untersuchungen der Suchmaschine EXCITE erwiesen, daß durch die Personalisierung die Besucher die Seite fünfmal häufiger besuchen als ohne.

Suchmaschinen waren Vorreiter

Zuerst haben die Suchmaschinen diesen Trend erkannt, bzw. ihn erst erschaffen. Durch die Suchfunktion, die diese auf Ihrer Homepage bieten, sind sie für Millionen Surfer ein erster Anlaufpunkt, wenn es gilt, im Netz auf Informationssuche zu gehen. Erst durch den Kampf um Werbegelder sahen sich die Betreiber der Suchmaschinen gezwungen, dem Nutzer einen Mehrwert zusätzlich zum Suchen zu bieten. Daher wurde nichts unversucht gelassen, die Surfer nicht nur zum Suchen, sondern auch zum Verweilen innerhalb der Seite zu bringen. Man konnte sich der Erfahrungen der proprietären Online-Dienste wie AOL oder Compuserve bedienen, deren Erfolg ganz wesentlich darin begründet liegt, dem Besucher eine einfach zu überblickende, dennoch auf seine Interessengebiete eingehende Startseite zu bieten. Weitere Zutaten einer PORTAL-Site sind Chats nach Kategorien, Pinnwände für Kleinanzeigen und die Möglichkeit, eigene Homepages abzulegen. Mehr oder wenig geschickt werden außerdem die Besucher zu Shopping-Bereichen geführt. Sie können Reisen buchen oder Unterhaltungselektronik ordern, und das alles wohlgemerkt innerhalb der Portal-Site.

Kampf um Benutzer

Auf diesen Zug sind nun einige Nachahmer aufgesprungen, allen voran die Hersteller der bekanntesten Browser, namentlich Microsoft und Netscape. In die Programme wurden kurzerhand die eigene Portal-Sites per Standard-Einstellung eingebunden. Startet der Surfer seinen Browser und geht online, wird als erstes die eigene Seite angezeigt. Da die beiden Browserhersteller weltweit eine Installationsbasis in Millionenhöhe vorweisen können, ist beständiger Verkehr auf der eigenen Portal-Seite vorprogrammiert. Den Browser-Schmieden kommt dabei natürlich die Trägheit der Nutzer entgegen, die diese Einstellung nicht ändern, sondern einfach (z.T. über Jahre) voreingestellt haben. Außerdem strömen auch heute noch jeden Monat Millionen neue Surfer ins Netz; Sind Anfänger erst einmal an "Ihre" Startseite gewöhnt, so werden sie diese so schnell nicht mehr verlassen.

Es scheint, als verlagere sich damit der Kampf zwischen Microsoft und Netscape weg von den technischen Vor- und Nachteilen ihrer jeweiligen Browser hin zur besseren Portal-Site. Nachdem Microsoft in den letzten Monaten durch einen gigantischen Marketingaufwand sowie einige unlautere Methoden den bis dahin haushoch überlegenen Konkurrenten Netscape erfolgreich als Marktführer verdrängen konnte, könnte Netscape dies in Zukunft durch die bessere Portal-Site wettmachen und so die Gunst der Online-Gemeinde erlangen. Ein erster Schritt wurde bereits mit dem Einbau einer Suchfunktion in die Programmversion 4.5 getan: Eingabe eines Suchbegriffs in die Statuszeile des Browsers (anstelle einer URL) und schon werden Suchtreffer angezeigt. Netscape greift dabei auf Datenbestände des Suchdienstes EXCITE zurück.

Es sieht tatsächlich so aus, als ob Portal-Sites mehr als nur ein Modewort sein könnten. Sie kommen dem Bedürfnis der meisten Benutzer entgegen, das Internet zu strukturieren und einen klaren "Einstiegspunkt" zu haben. [AF]


Autor dieses Artikels: Andreas Frenko. Erstveröffentlichung unter: http://www.autoresponder.de/onlinemarketing/hintergrund/portal-sites.htm


Dieser Artikel stammt aus dem E-Commerce-Info-Dienst der WEBAGENCY (http://www.webagency.de). Die WEBAGENCY E-Commerce AG konzipiert und realisiert E-Commerce- und E-Business-Lösungen für die Industrie, den Handel, die Dienstleistungsbranche und die öffentliche Hand.
 

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