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Auswahl der richtigen Internet-Anbindung
Heutzutage sind sehr viele Firmen im Internet mit mindestens einer Webseite zur Firmenpräsentation vertreten. Zugleich nutzen sie das Internet auch zur
Kommunikation über
E-Mail mit anderen Firmen. Diese Präsenz im Internet lässt sich in nahezu beliebig vielen unterschiedlichen Varianten realisieren und ist mit unterschiedlichen Kosten verbunden. Viele
Entscheider sind unsicher: Welche Form der Webpräsenz und welche Internetanbindung ist für das eigene Unternehmen am besten geeignet?
Dieser Artikel diskutiert die technischen Möglichkeiten der Internetanbindung.
Grundlegende Möglichkeiten der Webpräsentation
Schon bei der Auswahl des Umfangs der Webseiten zur Präsentation gibt es eine beachtliche Menge an Möglichkeiten:
Visitenkarten
Der Anbieter, in der Regel ein Internet Service Provider (ISP), lagert eine im Umfang stark begrenzte Website ohne Zusatzleistungen auf einem seiner Systeme.
Sie bekommen Speicherplatz für wenige Seiten eingeräumt. Ihre Webadresse könnte lauten: http://www.ihr-provider.de/ihr-unternehmen/
Empfehlung: Diese Form der Webpräsenz ist unprofessionell und daher für jedes Unternehmen völlig ungeeignet. Professionellere Lösungen (z.B. Web-Hosting - siehe
nächsten Abschnitt) kosten zum Teil nur wenige hundert Mark pro Jahr. Ein Unternehmen, das dieses Geld nicht aufbringen kann, sollte sich lieber gleich vom Markt verabschieden.
Web-Hosting
Web-Hosting ist quasi das Mieten eines Webservers. Sie erhalten eine eigene Webadresse: http:/www.ihr-unternehmen.de, jedoch lagert der ISP Ihre
Webpräsentation auf einem seiner Systeme. Um den technischen Betrieb des Webservers müssen Sie sich nicht kümmern. Von Anbieter zu Anbieter gibt es unterschiedliche Zusatzleistungen
wie mySQL (eine einfache Datenbank), CGI (Common Gateway Interface - eine Möglichkeit zur Anbindung von dynamischen Daten und zum Ausführen von eigenen Programmen) oder
ASP (Active Server Pages). Normalerweise ist beim Web-Hosting bereits auch die Nutzung einer begrenzten Anzahl von E-Mail-Adressen enthalten. Sie können also E-Mails unter der Adresse
ihr-name@ihr-unternehmen.de senden und empfangen. Die Kosten für das Hosting können von Euro 50,- bis Euro 1.000,- pro Jahr schwanken - je nachdem, welche Leistungen Sie von Ihrem Provider
in Anspruch nehmen.
Empfehlung: Das Web-Hosting bietet einen preisgünstigen, professionellen Einstieg ins E-Business. Damit wird der Betrieb einer vollwertigen Website möglich. Von außen ist kaum
zu erkennen, dass Ihr Unternehmen lediglich mit einer gemieteten Web-Präsenz und ohne eigenen Rechner im Internet vertreten ist. Für viele Unternehmen ist eine solche Web-Präsenz
ausreichend. In der Regel teilen Sie sich beim Provider die Server-Hardware mit hunderten anderen Firmen, die ebenfalls auf demselben Server gehostet werden. Was auf den ersten Blick erschreckend
wirkt, hat in der Praxis erfahrungsgemäß jedoch kaum negative Auswirkungen auf die Performance (Abrufgeschwindigkeit und -zeiten Ihrer Webseiten). Erst wenn die Zugriffszahlen stark
steigen, wird der Betrieb eines eigenen Servers (z.B. Web-Homing - siehe nächsten Abschnitt) notwendig. Manche ISPs beschränken die Nutzungs- und Zugriffsmöglichkeiten von gehosteten
Web-Präsenzen. Auch dies kann den Betrieb eines eigenen Servers erforderlich machen, wenn Sie beispielsweise Anwendungsprogramme oder Datenbanken nutzen möchten, die Ihr ISP nicht
unterstützt.
Auch hinsichtlich des Server-Betriebes (z.B. Daten-Backup etc. ) und der Wartung sind Sie beim Web-Hosting auf der sicheren Seite. Darum kümmert sich der Provider mit seinem
Personal.
Web-Homing
Der ISP lagert Ihren Rechner mit Ihrer Webpräsentation in seinen Räumen und stellt seine Internet-Anbindung zur Nutzung bereit. Beim Web-Homing
erhalten Sie ebenfalls eine eigene Webadresse http:/www.ihr-unternehmen.de, unter der Ihre Website erreichbar ist. Das System mit der Webpräsentation wird von Ihnen als Kunde selbst installiert
und dann, je nach Anbieter unterschiedlich umfangreich, vom ISP gepflegt (z.B. nächtliche Datensicherung etc.). Damit steht Ihnen ein eigener, vollwertiger Rechner zu Verfügung, den
ausschließlich Sie nutzen. Auf diesem Server sind Sie Ihr eigener Herr und können nahezu alle Zugriffs- und Nutzungsformen ausnutzen, die Ihnen die Technik Ihres Servers bietet. Sie
können alle möglichen Anwendungen und Datenbanken installieren, die Sie möchten. Die Kosten für das Web-Homing schwanken typischerweise zwischen Euro 2000,- und Euro 6000,- pro
Jahr.
Empfehlung: Für fortgeschrittene Websites ist der Betrieb eines eigenen dedizierten Webservers empfehlenswert. Wenn Sie eine Website mit hohen Zugriffszahlen haben oder spezielle
E-Business-Anwendungen oder Datenbanken betreiben möchten, bietet es sich an, einen eigenen Server im Rahmen eines Web-Homings bei einem ISP unterzustellen. Somit haben Sie beim Server-Homing
alle technischen Möglichkeiten eines eigenen Servers zur Verfügung.
Für den Server-Betrieb kommen Sie jedoch ohne teures technisches Support-Personal aus. Dafür sorgt der Provider. Sie können - je nach Provider - sicher sein, dass sich jemand um das
System kümmert, wenn es plötzlich an einem Sonntagmorgen um 4:30 Uhr abstürzt.
Connectivity
Als Kunde erhalten Sie vom ISP die Internet-Anbindung gestellt und pflegen Ihre Webpräsentation sowie weitere Systeme bei sich vor Ort selbst. Je nach
Bedarf und Anbieter stehen Ihnen hierbei unterschiedlich viele IP-Netzwerkadressen zur Nutzung zur Verfügung. Natürlich ist Ihre Website auch unter frei wählbaren Web-Adressen wie
http://www.ihr-unternehmen.de erreichbar. Technisch haben Sie mit dieser Lösung alle Möglichkeiten, die man sich vorstellen kann. Sie können eigene Anwendungen und Datenbank nach Ihrer
Wahl installieren und betreiben. Die Web-Systeme können Sie nach Belieben mit unternehmensinternen EDV-Systemen vernetzen: zum Beispiel mit Ihrem Auftragsabwicklungssystem, Ihrer
Warenwirtschaft, Ihrer Kundendatenbank etc.
Empfehlung: Die Connectivity-Lösung und der Betrieb von Web-Servern im eigenen Haus erscheint uns nur bei E-Business-Lösungen im High-End-Bereich sinnvoll. Wenn zum Beispiel ein
Online-Web-Zugriff auf die unternehmensinterne EDV-Systeme (z.B. Abfrage von Lagerbeständen etc.) gewünscht sein sollte, dann ist der Webserver im eigenen Haus mit direkter Verbindung
empfehlenswert.
Nachteil solcher Lösungen ist der hohe Wartungsaufwand. Für den Betrieb und für die Wartung einer Server-Lösung im eigenen Haus benötigen Sie entsprechendes Fachpersonal,
das quasi rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss.
Die Connectivity-Lösung stellt auch hohe Anforderungen an Ihr Netzwerk: Mit entsprechenden Sicherheitslösungen wie Firewalls etc. muss Ihr unternehmensinternes Netzwerk gegen unberechtigte
Zugriffe von außen abgeschottet werden. Solche Lösungen sind teuer und ebenfalls aufwendig in der Wartung.
Auswahlkriterien möglicher Server
Sofern Sie Ihre Internet-Anbindung für mehr als ausschließlich die Webpräsentation nutzen möchten, sind einige grundlegende Basisdaten
bei der Auswahl zwischen Lösungen wie Web-Hosting, Web-Homing oder Basis-Anbindung (Connectivity) zu beachten:
- Welche Basisplattform für die Webpräsentation (Webserver) soll verwendet werden oder ist diese frei wählbar?
Derzeit bieten sich die beiden folgenen Basisplattformen an:
1. Microsoft Windows mit IIS (Internet Information Server)
2. Beliebiges Unix mit Apache Webserver
Bei komplexeren Aufgaben an das System kommen möglicherweise noch Application Server hinzu. Die Plattform Microsoft IIS unterstützt Webseiten mit einer auf ASP (Active Server Pages -
VisualBasic) basierenden Programmierung, die Plattform Apache hingegen unterstützt dynamische Programmierung über PHP (zur Programmierung von CGI mit Perl).
- Welches Basissystem soll für E-Mail (Mailserver) verwendet werden?
Normalerweise ist beim Web-Hosting ein Basissystem für die Nutzung von E-Mails vorgegeben, jedoch ist spätestens beim Aufsetzen einer eigenen firmeninternen Umgebung eine Auswahl zu
treffen:
1. Microsoft Windows mit Exchange Server
2. Beliebiges Unix mit Sendmail (Mailserver)
3. Beliebiges Unix mit POSTFIX (Mailserver)
4. Beliebiges Unix mit QMail (Mailerserver)
Weiterhin ist bei der Wahl der Zugangsmethode bereits Rücksicht auf die Anwendungssysteme zu nehmen. Normalerweise wird eine neue E-Mail per SMTP verschickt und auf Microsoft Plattformen per
POP3 oder IMAP empfangen.
- Ist der Zugriff auf die Namensverwaltung (Nameserver) erforderlich?
Die Namensverwaltung (Domain Name Service DNS) bildet Adressen auf Namen und umgekehrt ab. Damit wird die Verwendung von Namen wie www.webagency.de
ermöglicht. Sofern häufiger Änderungen in der Zuordnung zwischen Namen und Adressen auftreten, ist ein eigener Nameserver (Unix BIND) erforderlich, andernfalls übernimmt der ISP
diese Aufgabe.
- Sind weitere Dienste wie beispielsweise öffentliche Dateizugriffe (Fileserver) erwünscht?
Ein Fileserver (FTP Server) bietet, mit optionalem Passwortschutz, Dokumente zum Transfer an. Dieser Mechanismus ist als Alternative zu Datentransfer über den Webserver für manche Systeme
erforderlich.
Alle Dienste (Webserver, Mailserver, Nameserver und Fileserver) können beim ISP in den Paketen "Web-Hosting" oder "Web-Homing" gemietet werden.
Zusätzlich ist bei beiden Paketen eine Anbindung des Firmennetzes bzw. der Firmenrechner an den ISP in Form von "Connectivity" erforderlich.
Auswahlkriterieren möglicher Internetanbindungen
Die erforderliche Anbindung der Firmenrechner ans Internet, beispielsweise beim ISP, kann je nach zu erwartendem Datenvolumen und Anforderungen an den
Datendurchsatz unterschiedlich gelöst werden:
- Call-By-Call Wählverbindung
Verschiedene Provider bieten Internet-Zugang auf Basis von Call-By-Call-Kosten an. Die Verbindungsdaten (mit Zuordnung von Rechnernamen) werden dabei dynamisch zugeordnet und die Verbindung wird nur
bei Bedarf vom Nutzer initiiert.
- Registrierte Wählverbindung
Registrierte Wählverbindungen ordnen Verbindungsdaten ebenfalls dynamisch zu, prüfen zuvor jedoch Nutzer und Kunde sowie die übermittelte Rufnummer.
- Standleitung (ISDN, 512kBit, 2 MBit, ...)
Eine Standleitung bietet eine dauerhafte Verbindung zum Internet, die unabhängig vom Nutzer Zugriff auf dessen Systeme zulässt. Je nach Geschwindigkeit der Standleitung unterscheiden sich
neben den Datentransferzeiten auch die Grundkosten.
Weiterhin kann bei jeder Form der Verbindung unterschiedlich tarifiert werden. Je nach ISP kann das Datentransfervolumen pauschal oder nach Volumen berechnet
werden.
Fazit
Die Auswahl einer Internet-Anbindung will wohl überlegt sein. Es gibt keine Patentrezepte. Ermitteln Sie Ihre individuellen Anforderung und wägen
Sie diese genau ab. Dann wird Ihnen die Auswahl der richtigen Internet-Anbindung nicht schwerfallen.
Siehe auch:
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