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Die richtige Auswahl von Online-Katalog-Software: Eine unlösbare Aufgabe?

Wer heute einen Online-Shop oder einen elektronischen Produktkatalog aufbaut, kennt das Problem: Softwareangebote, mit denen sich solch eine Lösung realisieren lässt, gibt es reichlich. Der Software-Markt erscheint unüberschaubar.

Dieser Artikel diskutiert Leitlinien, die Ihnen die Auswahl einer geeigneten Lösung erleichtern.

Anhand welcher Kriterien wählt man eine geeignete Lösung für einen Online-Produktkatalog bzw. Online-Shop aus?

Produktdarstellung und Produktauswahlfunktionen mit Navigation und Suche im Produktangebot
Ein wichtiges Kriterium bei der Software-Auswahl ist natürlich die Oberfläche, die ein Online-Produktkatalog bzw. Online-Shop bietet:
  • Wie übersichtlich ist die Navigation?
  • Wie gut können Produkte gefunden werden?
  • Wie gut ist die Darstellung der Produkte?
  • Wie einfach kann ein Bestellvorgang durchgeführt werden?
Bei manchen Online-Shops ist die Suchfunktion noch immer ein Problem. Passende Artikel werden durch die gegebenen Suchfunktionen einfach nicht gut genug erfasst und gefunden. Häufig lassen sich Kriterien, nach denen Kunden in der realen Welt Produkte auswählen, in den Shops nur unzureichend abbilden. So wird z.B. bei Weinshops der Wein häufig nach Art (Rotwein, Weisswein, Schaumwein) und Herkunft (Deutschland, Frankreich, Italien etc.) im Shop abgelegt. Nach diesen Kriterien kann dann auch nur gesucht werden.

In der Realität spielen jedoch andere Kriterien eine ebenso wichtige Rolle: Eignet sich der Wein zum Essen? Solche ergänzenden Kriterien, die bei Verkaufsgesprächen in der Offline-Welt entscheiden, fallen bei aktuellen Shop- und Katalogsystemen häufig unter den Tisch. Eine echte Kaufberatung mit Kaufempfehlungen und Vergleichsmöglichkeiten zwischen Produkten bieten nur wenige Shops. Heutige Shop-Systeme sind eher für Kunden geeignet, die schon genau wissen, was sie möchten. Wir sind überzeugt, dass die meisten Kunden jedoch gar nicht so genau wissen, was sie eigentlich möchten. Viele Shops helfen diesen Kunden bei der Kaufentscheidung nicht weiter. Dies ist unseres Erachtens übrigens auch der Grund für die Erfolglosigkeit vieler Online-Shopping-Websites.
Administrations-Möglichkeiten
Ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium sind unseres Erachtens die Verwaltungsfunktionalitäten, die eine Shop-Software bieten sollte: Anlegen, Ändern, Löschen von Produktgruppen, Produktdaten, Kundendaten etc. Wichtig sind auch Freigabe-Workflows: Ein Sachbearbeiter gibt die Daten ein und Freigabeverantwortlicher (z.B. ein Abteilungsleiter, Geschäftsführer, die Internet-Redaktion etc.) prüft die Daten und gibt sie zur Veröffentlichung auf der Website frei. Die meisten Shop-Systeme bieten hier sehr wenig brauchbare Funktionen. Auch sind die Benutzeroberflächen im Admin-Teil zum Teil recht umständlich gestaltet und die Abläufe sehr kompliziert.

Wichtiges Kriterium ist unserer Ansicht nach ein gutes Berechtigungskonzept im Admin-Teil. Dabei geht es darum, dass man mehrere unterschiedliche Administrator-Gruppen bzw. Administratoren mit unterschiedlichen Rollen und Rechten definieren kann: Ein Administrator darf z.B. Produktdaten verwalten und hat keinen Zugriff auf die Kundendaten. Bei einem anderen Administrator verhält es sich genau umgekehrt. Wenige Systeme bieten ein ausgefeiltes Modell von Rollen und Rechten, um solche Berechtigungskonzepte abzubilden. Bei manchen gibt es sogar nur einen Administrator, der alle Berechtigungen hat. Für komplexere Organisationsstrukturen ist ein solches Modell ungeeignet.

So manche Firma ließ sich bei der Auswahl eines Shopsystems von tollen HTML-Shopseiten und Spezifikationen in Hochglanzprospekten blenden und stellte in der Praxis fest, dass die Administrations-Möglichkeiten unzureichend waren.
Technische Basis
Bei der Auswahl der Shop-Software kommt es darauf an, dass man eine technischen Basis wählt, die sich leicht auf die individuellen Bedürfnisse anpassen lässt, z.B. mit zusätzlichen Funktionen oder geänderten Funktionen, die vom Standard-Lieferumfang abweichen. Nicht jede Shop-Software läßt sich gleich gut 'customizen'. Bei manchen Systemen ist es schwierig neue Funktionalitäten zu den vorhandenen hinzuzuprogrammieren.

Beim Anpassen der Shop-Software muss ich als Unternehmen auch darauf achten, ob ich das richtige Know-how für das Customizing zur Verfügung habe. Beherrschen meine Mitarbeiter die erforderlichen Programmiersprachen wie z.B. Java? Oder habe ich einen externen Dienstleister, der diese Aufgaben übernehmen kann? In vielen Fällen dürfte es aus reinen Kapazitätsgründen besser sein, externe Partner wie z.B. eine Webagentur mit ins Projekt zu nehmen.

Wenn es um technische Fragen geht, ist außerdem die Skalierbarkeit einer Shop-Software wichtig. Was passiert, wenn der Shop wächst und die Zugriffszahlen steigen? Lässt sich der Shop auf mehrere Rechnersysteme verteilen, die dann parallel arbeiten und gegenseitig für Lastverteilung und -ausgleich sorgen? Wenn die Shop-Software eine gute Software-Architektur bietet, sollte dies problemlos möglich sein. Shop-Systeme, die auf Basis von Java mit einem Application Server realisiert wurden, sind hier klar im Vorteil.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Shop unbedingt in Java programmiert sein muss. Es gibt auch gute Shop-Systeme, die in anderen Programmiersprachen realisiert sind. Grundsätzlich kann man auch sagen, dass Shop-Systeme, die technische High-End-Features bieten, auch entsprechend teuer sind.
Schnittstellen zu externen Systemen und Integrationsfähigkeit
Eine wichtiges Auswahlkriterium für Shop-Software sind die Schnittstellen nach außen. Viele Unternehmen haben ihre Produktdaten schon in anderen Systemen (z.B. im Waren- wirtschaftsystem) vorliegen. Diese Firmen können viel Zeit und Geld sparen, wenn sie die Daten über eine Daten-Schnittstelle in den Shop übernehmen. Gleiches gilt für den Austausch von Kundendaten und Bestellinformationen zwischen Shop und anderen Systemen (z.B. einem CRM-System). Dazu muss das Shop-System natürlich entsprechende Schnittstellen besitzen.

Eine manuelle Dateneingabe im Shop erscheint nur für kleinere Shops mit wenigen Produkten geeignet. Geht die Anzahl der auszutauschenden Datensätze in die Hunderte, lohnt sich eine elektronische Schnittstelle.

Ein Datenaustausch über das XML-Format wäre zwar wünschenswert, ist jedoch nach meiner Ansicht kein Muss. Andere Datenformate (wie den Austausch von einfachen Textfiles mit den Daten im CSV-Format [Comma Separated Values]) sind für kleinere und mittlere Shop-Lösungen auch gut geeignet.
Solider Anbieter mit gutem Support
In einer Zeit, in der täglich Internet-Start-ups sterben, kommt es mehr denn je darauf an, einen Software-Anbieter zu wählen, der solide ist und noch längere Zeit existieren wird.

Wir raten Unternehmen, nicht nur auf die Shop-Software zu achten sollten, sondern auch auf den Anbieter, der hinter der Software steht. Was nützt mir eine tolle Shop-Software, wenn der Anbieter morgen pleite ist und mir keinen Support mehr geben kann? Das Thema Support ist ein heisses Eisen: Häufig hat sich als vorteilhaft erwiesen, einen Anbieter zu wählen, bei dem man in Problemfällen direkt auf die Software-Entwickler zugreifen kann. Hier sind deutsche Unternehmen im Vorteil. US-Software- Anbieter sind zum Teil sehr weit weg und nicht schnell greifbar. Der Zeitunterschied und die Sprachbarriere erschweren eine wirkungsvolle Unterstützung im Problemfall erheblich.

Sind Shop-Lösungen auch für den Mittelstand rentabel?

Dies ist sicherlich eine Frage, die nicht pauschal beantwortet werden kann. Ob Shop-Lösungen für den Mittelstand rentabel sind, kommt immer sehr auf den Einzelfall an. Wie schon oben bei der Produktauswahl dargelegt, ist es wichtig, dass eine Shop-Lösung ein gewisses Mass an Kundenberatung bietet. Reine Bestellsysteme für Kunden, die schon genau wissen, was sie wollen, scheinen weniger sinnvoll. Eine Shop-Lösung ist für den Mittelstand umso rentabler, je mehr der Vertrieb ddaurch von den immer gleichen Trivialfragen zu Eigenschaften und Verwendung von Produkten entlastet wird.

Je mehr Elemente der Kundenberatung in der Pre-Sales-Phase auf das Web verlegt werden können, desto rentabler kann eine Shop-Lösung sein. Wir möchten sogar noch weiter gehen: Die Bestellfunktion im Shop ist für einen Mittelständler das Uninteressanteste am ganzen Shop. Wenn die personalintensive Pre-Sales-Beratung oder die Kundenbetreuung digitalisiert werden kann, dann bietet der Shop großen Nutzen. Interessant wird ein Shop natürlich auch, wenn damit internationale Märkte bedienen werden können, in denen man bislang nicht präsent war. Dies erfordert natürlich auch, dass ein Shop-System mehrsprachig ausgelegt werden kann.

Wie kann man die Systeme differenzieren - nach Versandvolumen, nach Zielgruppenansprache, nach Branche?

Wir schlagen vor, die Systeme vor allem nach der Zielgruppe differenzieren: Wie gehen potenzielle Shop-Kunden bei der Auswahl von Produkten und bei der Kaufentscheidung vor? Wie laufen typischerweise Verkaufsgespräche ab? Ein guter Online-Shop kann genau diese Punkte abbilden und auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingehen. Ein Shop, in dem Privatkunden kaufen, sollte anders aufgebaut sein als ein Shop für Geschäftskunden. Wir würden die Shops nach Ihrer Fähigkeit zur Kundenberatung differenzieren. Ist der Shop lediglich ein 'dummer' elektronischer Produktkatalog? Oder bietet er auch intelligente interaktive Beratungsfunktionen, wie Produktkonfiguratoren, Tools zum Vergleichen von Produkten etc. an?

Machen Mietmodelle Sinn? Wenn ja, für wen und worauf muss man achten?

Mietmodelle machen unseres Erachtens für kleinere Lösungen Sinn. Wenn es darum geht, mit wenig Anpassungsaufwand einen kleinen standardiserten Shop mit wenigen Produkten zu realisieren, dann kann man mit einem Mietshop schnell zum Ziel kommen. Je mehr ein Unternehmen einen größeren Shop auf seine individuellen Bedürfnisse anpassen möchte, desto unflexibler sind Mietlösungen.

Bei Mietmodellen entscheidet vor allem die Zuverlässigkeit und Flexibilität des Anbieters. Schließlich muss sich der Mieter darauf verlassen können, dass der Mietshop ununterbrochen im Netz zur Verfügung steht. Wer einen Shop mietet, sollte sich vom Anbieter die ständige Verfügbarkeit des Shop garantieren lassen. Doch Vorsicht vor vermeintlich hohen Zahlen: Wenn garantiert wird, dass der Shop im Jahresdurchschnitt zu 99% verfügbar ist, bedeutet das restliche Prozent immer noch, dass der Shop in jedem Jahr 3 Tage am Stück ausfallen darf, ohne dass die 99% unterschritten werden. Ein Anbieter von Mietlösungen sollte natürlich auch eine gute Flexibilität bieten und Anpassungen von Layout, Funktionälität und Schnittstellen nicht grundsätzlich ablehnen.

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